Weltumradlung von Markus Greter

19. Juni

Start zur Weltumradlungs-Etappe Nummer 29, hurra! Diesmal geht die Reise von Kaliispell an der US-amerikanisch/kanadischen Grenze nach Denver und Las Vegas.

Seit vier Tagen im Sattel. Der US- Bundesstaat Montana zeigt noch die kalte Schulter . Es herrschen kaum 16 Grad Celsius.

Montana heisst: vorne Wald. Hinten Wald. Rechts Wald und links Wald. 

Es regnet leider ununterbrochen, hmmm.

Die Schotterpiste wird allmählich etwas mühsam. Und im grössten Regen haben wir schon den zweiten Platten. Was ist los, Herr Meier?

Make Anerica Great again. Patriotismus all over.

Mir wäre lieber: Make the sun great again. Kann es vier Tage lang dauerregnen?

Aber wow: Debbie (rechts im Bild) lädt uns mitten in der Dauerpisse zu ihr auf den Bauernhof ein. Ihre Familie hat  1100 Kühe!

Wir erhalten nicht eine Scheune und nicht ein Gästezimmer zum Übernachten, sondern ein ganzes Gästehaus ... mit Küche und Stube und fünf Schlafzimmern. Und Platz, um das ganze Gepäck zu trocknen, hurra!

Der erste Pass in den Rocky Mountains: McDonald-Pass, 1989 Meter über Meer. Und klar: Es regnet.

Alles ist oversize: Die Bauernhöfe, die Autos und die Lebensmittel. Ein bisschen Hackfleisch als Zwischenverpflegung ...?

Am fünften Tag endlich die ersten Sonnenstrahlen. Wow!

Gemütliches Radeln am Canyon Ferry Lake.

Und das Beste: praktisch null Verkehr! Dafür jede Menge Rehe, Vögel und Weisskopfseeadler.

Wir übernachten hinter den Scheunen einer Farm ... und essen Fondue zum Znacht, hurra. Am Folgetag ...

... campen wir hinter einer Cowboy-Bar in einem kleinen Dorf. Echt wahr. Am Tresen hocken Cowboys, die gerade hoch zu Ross 145 Kühe über den Hügel getrieben haben. Bloss die Pferde sind leider schon weg.

Pass Nummer zwei in den Rocky Mountains. 1850 Meter über Meer, tolle Szenerie.

A propos Cowboys. Weshalb denn immer nur braune Stiefel, Boys? Das wäre doch mal was anderes, oder?

28. Juni 2018

Yellowstone Nationalpark. Wow! Suuuuper!

Die Sinterterrassen von Mammoth am Nordrand des Yellowstones. Die Gegend ist die geothermisch aktivste der Erde.

Fantastische Kreationen der Natur. Das Wasser ist ziemlich heiss ...

Weiter geht es gegen Süden. Offene Wiesenlandschaften, Seen, Flüsse und Bäche.

Das ist der erste der vier Zeltplätze im Nationalpark, die wir benutzt haben ... und der einzige, der nur HALBWEGS im Wald war. Alle anderen waren im dichten Wald, umgeben von nichts als Bäumen. Und bewirkten in Nullkommanichts eine Depression meinerseits. 

Kommen wir also lieber auf die tollen Dinge zurück: Wanderung auf den Mount Washburn, 3115 Meter über Meer. Es hat noch sehr viel Schnee hier oben ... und eine tolle Aussicht!

Allmählich geht es richtig ab. Norris, ein riesiges geothermisches Gebiet mit vielen Hexenkesseln. Es blubbert und zischt und speit.

Wer Farben mag, liegt hier goldrichtig. 

Im Yellowstone gibt es mehrere Dutzend Geysire ... über 50% aller Geysire der Erde sind hier! Der höchste ist der Old Faithful, seine Wasserfontäne ist 50 Meter hoch. Wesentlich spannender sind aber die kleineren.

Das ist mein Highlight: Grand Prismatic. Mit Farben wie aus dem Bilderbuch. Der Hammer!

Aber bleiben wir auf dem Boden. Weiter geht es mit der Wand links und der Wand rechts. Der Wald raubt mit die Sicht und den Atem. Und wisse: Bei jedem Baum sind etwa 100 Mücken.

Grand Teton Nationalpark.
Dieser Nationalpark ist weitgehend unbekannt ... und liegt im Süden des grossen Yellowstones.  

Sammelmail 1:
Teton-Nationalpark, Wyoming, USA


Hallo Leute

Herzliche Grüsse aus dem Nordwesten der USA! Meine Weltumradlungsetappe 29 begann vor zwei Wochen in Kalispell im Norden des Bundesstaats Montana, nahe der kanadischen Grenze. Diese jetzige Reise verbindet die Etappen 3 und 28 . Während sieben Wochen führt sie durch Montana, Wyoming, Colorado und Utah, durch prächtige Nationalparks, bewaldete Berge und trockene Wüsten. Das wird gut!
Auf der ersten Hälfte dieser siebenwöchigen Reise ist Steffi mit dabei. Sie war schon in der Slowakei, in Iran, Sudan, Bolivien, Uganda/Ruanda und Sambia mit von der Partie. Somit ist das die gemeinsame Reise Nummer 7.
Heute, Leser, starten wir mit Dauerregen und 1100 Kühen. Wir campen hinter Scheunen und Cowboy-Bars und fahren in den Yellowstone-Nationalpark. Dort halten wir, Leserin, stets eine Spraydose bereit, schauen dem riesigen Geblubber und Getöse der Geysire zu und werden im unendlichen Wald verstochen.
Viel Spass bei der ersten Sammelmail!


Dauerregen zum Auftakt

Klar, hat man alles dabei. Regenklamotten und ein paar Dinge gegen allfällige Kälte gehören zur Fixausrüstung. Doch wenn man gemäss Klimatabellen einen warmen, wenn nicht gar heissen Juni erwartet, ist die Frustration doch einigermassen beträchtlich, wenn man von a) saumässig kalten Temperaturen und b) Dauerregen in Empfang genommen wird. Zum ersten: Es war während der ersten fünf Tage kaum mal über 16 Grad warm, meistens auch nur 13 oder 14. Und zum zweiten: Es goss und schüttete nonstop. Es ist fantastisch, eine Tour so zu beginnen: mit Regenjacke, Regenhosen, Regenüberschuhen und dem Blick auf Grau-in-Grau-Landschaften ... falls man denn überhaupt etwas sehen konnte, denn meistens versperrten eine Million Bäume die Sicht. Hinten Bäume, vorne Bäume, rechts Bäume und links Bäume. Als ob der Regen nicht schon genug des Übels gewesen wäre. In China auf Etappe 21 war der Auftakt ähnlich feucht, und Indien während des Monsuns war ja auch kein Zuckerschlecken. Nun denn, es liess sich nicht ändern. Und immerhin konnte es wettertechnisch nur besser werden. Ist ja auch was.


Ein Engel namens Debbie

Mitten im strömenden Regen schenkte mir Herr Meier zwei Platten zum Auftakt, und als am dritten Tag die Schotterstrasse allmählich zur Schlammpiste mutierte, geriet die Motivation ein klein wenig in Schieflage. Wir fanden die Aussicht, irgendwo im offenen Gelände in dieser Dauerpisse campieren zu müssen, recht wenig erbaulich. Da überholte uns ein Jeep mit offener Ladefläche und hielt an. Zwei Frauen sassen im Wagen: Debbie und ihre Schwiegermutter. Die beiden luden uns angesichts des Hudelwetters sogleich zu sich auf den Bauernhof ein, zwei Kilometer weiter vorn, und auf dem riesigen Hof erhielten wir nicht nur ein Gästezimmer, sondern gleich ein ganzes Gästehaus mit Küche, Stube und fünf Schlafzimmern. Wow, das war vielleicht cool! Die beiden Frauen waren super und wurden wohl direkt vom Himmel gesandt. Nachdem wir ihnen versichert hatten, dass wir wunschlos glücklich seien und für das Znacht alles dabei hätten, waren sie von der Bildfläche verschwunden.
Die Küche verwandelten wir in kürzester Zeit in ein beträchtliches Chaos, denn nicht nur das triefend nasse Zelt von der vorherigen Nacht wollte getrocknet werden, sondern auch alle Klamotten. Meine sogenannt wasserfesten Velotaschen waren offensichtlich auch nicht mehr wirklich dicht. Die Heizung lief auf Hochtouren.
Am nächsten Morgen waren wir zum Frühstück eingeladen, und die beiden Frauen erklärten, dass sie auf dem Hof 1100 Kühe halten. Ich fragte, wie viele Angestellte sie denn hätten, doch wurde mir erklärt: "Gar keine. Wir sind ein Familienbetrieb und machen alles allein!" Bei wichtigen Dingen würden sich die Bauern einfach gegenseitig helfen. Unglaublich. Sie seien, meinten sie, nicht etwa ein Grossbetrieb, die Nachbarn hätten 1600 oder 2000 Kühe.
Wir starteten mit Würstchen und Hackfleisch im Bauch ... und klar, es regnete. Was denn sonst.


Hinter Scheunen und Cowboy-Bars

Die nächsten Nächte zelteten wir im Hinterhof eines Getreide-Bauern und im Gras hinter einer Cowboybar. Echt wahr. Als wir mitten im Nirwana ein kleines Dorf mit einer Beiz vorfanden, war das an sich schon super, doch steigerte sich die Freude ins Unermessliche, als an der Bar ein halbes Dutzend Cowboys sassen. Sie hatten hoch zu Ross 145 Kühe über den Hügel getrieben und erfrischten sich nun in der einzigen Bar weit und breit. Mit den üblichen Lederüberhosen, Karo-Hemden und Cowboyhüten sassen sie O-beinig auf den Sesseln. Nur die Pferde waren leider schon weg. So schade. Aber immerhin, meine Cowboys waren ein Highlight, und die Bar war uns sogleich so sympathisch, dass wir gleich daneben unser Zelt aufschlugen. Falls dann doch noch Cowboys mit Pferden auftauchen sollten, wollte ich gewappnet sein.

 

Wyoming

Der Bundesstaat Wyoming ist der am dünnsten besiedelte der ganzen USA. Auf eine Grösse, die das sechsfache der Schweiz entspricht, leben nur 580 000 Menschen. Es gibt also viiiiiiiiel Platz hier, das ist wunderbar. Wunderbar ist auch die Tatsache, dass mit dem Übertritt nach Wyoming die Sonne definitiv wieder "Dienst nach Vorschrift" tätigt, hurra, sie scheint täglich von morgens bis abends, es ist fantastisch. Allzu heiss ist es allerdings nicht, wir befinden uns dauernd auf mehr als 2000 Meter über Meer, und somit ist es über Nacht nur wenige Grade über dem Gefrierpunkt. Beim Zelten trägt man also doch wieder mehrere Schichten. Allerdings nicht nur der Temperatur wegen. Die Stechmücken machen einem das Leben ab und zu zur Hölle. Sie stürzen sich (vor allem während der Dämmerung) dutzend- und hundertfach auf uns, und das selbst auf 2600 Metern. Diese Miststücke stechen auch durch dünne Kleider hindurch, grrrr. Wesentlich mehr Sympathie ernten die vielen Rehe und Hirsche am Strassenrand, Weisskopfseeadler ... und Bären. Yes: auf in den Yellowstone Nationalpark!


Der Spray zum Glück

Diverse Leute hatten uns empfohlen, uns gegen allfällige Bären zu wappnen. In Montana und Wyoming gibt es viele Schwarzbären und Grizzlys. Wenn man campiert, muss man die Essensvorräte in bärensichere Boxen verstauen oder in die Bäume hängen. Zudem wird geraten, sich mit einer Waffe zu schützen. Wenn sich die Einheimischen lange im Freien aufhalten (zum Fischen, zum Zäunen oder sonst irgendwie), haben sie meist ein Gewehr mit dabei. (Und klar, sie haben für Donald Trump gewählt, die Leute hier sind erzkonservativ.) Natürlich könnten auch wir eine Flinte kaufen; im Supermarkt kann man sie genauso wie Milch oder T-Shirts aus dem Regal nehmen und an der Kasse bezahlen, man muss nur 16 dafür sein. Aber für uns zartbesaitete Europäer ist das nix. Für uns gibt es im Supermarkt den homöopathischeren Bärenspray. Gleich am ersten Tag kauften wir so ein Teil und führen die Dose nun auf Schritt und Tritt mit uns herum. Wohlverstanden, wir kauften EINEN Spray. Nicht zwei. Falls uns nachts also jemals ein Grizzly als sein Abendessen interpretieren sollte, können wir - zackzack - den Spray hervorholen und die trampelnd herannahende Unbill abwenden. Zumindest steht es so auf der Packung. Als ich dem ersten Bären gegenüberstand, war das aber am helllichten Tag, und unser Spray befand sich ein paar Kilometer weiter unten, denn Steffi und ich fahren stets unterschiedlich schnell. Ich warte einfach alle 10 Kilometer oder so auf sie. Als der Schwarzbär neben mir war, hätte ich also durchaus vorsichtshalber mal den Spray gezückt. Aber wie gesagt, da war nichts mit Spray. Nun muss man sagen, dass ich nicht der einzige war, der fasziniert neben dem Schwarzbär stand. Ein Dutzend Autos blockierte die Strasse, zwanzig Leute stiegen aus ihren Fahrzeugen, und ein Parkwächter (keine Ahnung, weshalb der grad hier war) schrie lauthals und nervös herum: "Go immediately into your cars!". Tja, das hätte ich ja gern gemacht, doch HATTE ich einfach kein Auto, haha, und somit war ich also quasi berechtigt, zuvorderst dem Spektakel zuzusehen. Der Yellowstone-Nationalpark wird im Hochsommer täglich von 30 000 Personen besucht, und die meisten möchten gern Bären sehen. Also gingen die meisten Leute zwar in ihr Auto zurück, doch fuhren sie nicht weiter. Der Verkehr brach komplett zusammen. Den Schwarzbären interessierte das ganze Tamtam nicht im geringsten. Er schnüffelte sich entlang des Strassenrands durch die Wiese und machte sich nicht einmal die Mühe, seinen Kopf zu heben. Auf meinen Fotos ist also nur ein schwarzes Fellbündel mit zwei Ohren zu sehen, caramba. Und das, obwohl ich in Poleposition zu vorderst stand.
Der Spray traf effektiv eine halbe Stunde später ein ... und ist übrigens nach wie vor ungebraucht. Die Bären 2 und 3 waren viel zu weit weg. Nebst drei Bären sahen wir auch zahlrreiche Bisons (der fetteste nur wenige Meter von uns entfernt). Und gefühlte 20 Millionen Mücken. Aber lassen wir das Thema.


Der Hexenkessel der Erde

Der Yellowstone-Nationalpark gilt als die geothermisch aktivste Gegend der Welt. Die Hälfte aller Geysire weltweit sind hier zu Hause, es zischt und faucht und blubbert überall. Der grösste Geysir ist der "Old Faithful", er speit seine Fontäne alle 90 Minuten etwa 50 Meter in die Luft, doch erschienen uns all seine kleineren Brüder wesentlich spannender. Man kann dort viel näher ran. Meistens spuckt es heisses Wasser aus dem Boden, manchmal aber auch Dampf oder dickflüssigen Dreck. Ein Riesenspektakel. Radelt man auf der spannenden Strecke von Norden nach Süden durch den Park, legt man über 200 Kilometer zurück ... und kommt immer wieder an diesen Hexenkesseln vorbei. Durch ausgespucktes Schwefel und Algen werden fantastische Gebilde geformt: Sinterterrassen in weiss und gelbbraun, mondartige Ebenen, farbenfrohe Seen. Der bunteste dieser Seen ist der "Grand Prismatic". Türkisfarbenes Wasser wird hier fotogen von diversen Gelb-, Sand- und Brauntönen eingerahmt.
So fantastisch all die vielen Hexenkessel sind, die Gegenden dazwischen können einen ganz schön fertig machen. Oft fährt man stundenlang durch einen Kanal in dichtestem Wald, will heissen, die Bäume stehen wie Bollwerke links und rechts und rauben mir nicht nur die Sicht, sondern auch den Atem. Da man nicht wild campieren darf, ist man auf die Campingplätze angewiesen. Hier gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Auch wenn die Campingplätze ausgebucht sind (absolut normal im Hochsommer), dürfen die Velofahrenden immer hier zelten, es gibt extra Velofahrer-Zeltplätze. Und die schlechte: Die Campingplätze sind praktisch immer im dichten Wald. Nach der dritten Nacht im Epizentrum der Dunkelheit und dem Hoheitsgebiet von 20 Millionen Mücken (ich glaube, ich habe es schon erwähnt) kriegte ich doch definitiv die Krise. Steffi tickt diesbezüglich ähnlich, zu viel Wald bekommt ihr ebenfalls schlecht. Aber wir wollen uns nicht beklagen, wir haben ja gewusst, dass der Yellowstone keine baumlose Wüste ist. Und die Freude über die Hexenkessel, die tollen Pässe und erklommenen Berge vermochte die Wald-Depression doch bei weitem zu überflügeln.
A propos Wald. In Europa wird immer ein Riesengescheiss gemacht, wenn irgendwo in den USA wieder mal ein Stück Wald abfackelt. Tatsache ist: Wo die Wälder abgebrannt sind, erneuern sich die Böden, es gibt Licht, und in kürzester Zeit wachsen Blumen, Sträucher und neue Bäume empor. Immer wieder stehen vor gänzlich abgebrutzelten Wäldern, die nur noch aus toten, schwarzen Pfähle bestehen, Tafeln der Nationalparkbehörden, und in grossen Lettern wird dort nicht über die Flammen geflennt, sondern der wunderbare Neuanfang beschrieben. Die US-Amerikaner sind hier, wie so oft, völlig easy drauf. Der Tod des Alten ist perfekt für den Neubeginn. Dass hier meilenweit kein Mensch wohnt, entgeht der europäischen Sichtweise meistens. Alles ist eben riesig hier. Alles ist oversize: Nicht nur die Waldgebiete, sondern auch die Portionen auf den Tellern und die Autos. Unglaublich, mit was für Riesenschiffen die Amis durch die Gegend fahren.

Nach fünf Tagen im Yellowstone und deren zwei im Teton, der südlichen Fortsetzung, freuen wir uns nun wieder auf das "normale" US-Leben. Auf Bauernhöfe, auf Debbies, auf Bars und Cowboys.


Neuer Blog

Auf meiner Internetseite www.bikeforever.ch gibt es neu einen Blog, auf dem ihr laufend Bilder der aktuellen Reise sehen könnt. Wenn immer ich WiFi habe, lege ich wieder ein paar Bildchen auf den Blog. Wenn ihr also auch optisch etwas mitreisen möchtet, welcome!

 

Bisherige Strecke: Kalispell - Helena - Livingston - Yellowstone-Nationalpark - Teton-Nationalpark

Bisherige Kilometer: 904

Bisherige Platten: 2

Bisherige Höhenmeter (nur bergauf gerechnet): 7380

Es geht mir bestens!
Kus oder Cusco (je nach sozialem Umfeld)

 

Teton-Nationalpark, Wyoming.

Aber Vorsicht. Hier hat es sehr viele Bären. Grosse Gebiete sind mit Wanderverboten versehen.

Die Parkbehörden haben überall Leute stationiert ... und Informationswagen. Nun sollte man bloss noch wissen, wie viel ein Yard und ein Fuss sind ... und eine Unze, eine Gallone, ein Pint, eine Meile, ein Inch und und und.

Endlich wieder mal ein saftiges Steak, yeah!

Was macht klein Markus an einem Ruhetag? Er geht Velofahren. Super. Der Idiot setzt sich am Ende in einen Kaktus, und Steffi muss zu Hause mit der Pinzette die Stacheln aus dem Hintern holen. Was für ein toller Ruhetag ...

3. Juli 2018

Stillleben in der Prärie Wyomings, Teil 1.

Stilleben in der Prärie Wyomings, Teil 2.

Stillleben in der Prärie Wyomings, Teil 3.

Im Stadtpark der kleinen Stadt Lander darf man ganz offiziell zelten ...  und erst noch kostenlos. Super Sache!

Wer in Wyoming nach Südosten fährt, hat gut lachen: Rückenwind vom Feinsten und ohne Ende. Wer umgekehrt fährt, flucht fürchterlich und kommt nicht vom Fleck. Wir fahren nach Südosten ...!

100 Kilometer bis zum nächsten Dorf.

Obwohl Dorf ganz schön übertrieben sein kann. Jeffrey City besteht nur aus der Tankstelle und einer Beiz. Immerhin, die Beiz hat eine schräge Beizerin (sie schiss uns beim Eintreten grad mal zusammen), einen versoffenen Beizer und einen Fernseher, hurra. Morgens um 8 starrten wir in die Glotze und sahen die Schweiz gegen Schweden untergehen. Scheiss-Schweden.

Aber halt. Jeffrey City hat noch was: eine tolle Kirche. Für Velo Fahrende ein Segen, hier nächtigt man gratis, sogar eine Küche und Duschen hat es. So innovativ können Kirchen sein.

Man glaubt es kaum. Bestimmt 15 Velofahrer übernachteten hier. Und immer das gleiche Bild: Entweder sind sie blutjung oder Rentner. 

So macht man in der Prärie Wyomings einen Familienausflug. Mit Quats. Pro Person natürlich einem!

Die Greenhorns fahren Velo. Rauf auf den Coninental Divide, die Wasserscheide Nordamerikas.

Wasser holen wir aus Bächen und Stauseen. sehr oft bieten die einheimischen Autofahrer aber Wasser an ... oder stellen eine Kühltruhe mit Wasserflaschen an den Strassenrand!

Rauf und runter, rauf und runter auf Schotter. Meistens zwischen 2000 und 2500 Meter über Meer. Der Mountainbike-Trail ist möglichst nahe der Wasserscheide, immer fahrbar und möglichst ohne Asfalt.

Und klar: viel zelten!

Jede Menge Cowboyhüte, Westernstiefel, Jeans- und Karohemden: Rodeo in Steamboat Springs!

Mein Westernheld Nummer 1. Mit rosafarbenem Hut und Plastikpistole.

Der Stier-Reiter macht sich bereit ... mit Sturzhelm!

Es gibt sieben Disziplinen mit Stieren und Pferden ... und jede Menge Klamauk.

Weiter geht es auf dem Great Divide Trail. Der Aufstieg auf den Lynx Pass ist super, ...

... allerdings wird die Schotterstrasse zunehmend schitter.

Als ich glaube, uns vollends im Nirwana verfahren zu haben, beginnt es bald zu regnen. Hmm. 

Unser Zeltplatz ist alles andere als ideal. Um das Zelt schleicht ein Wolf, der Bärenspray ist griffbereit. Allem zum Trotz: Wir schlafen prächtig!

Anderntags die Entwarnung: richtige Piste, kein Bär hat uns gefressen, und die Sonne scheint wieder prächtig. Aber nicht einfach ist das Fahren.

Blick auf den noch jungen Colorado-River.

Der letzte Tag für Steffi: See bei Breckenridge auf 2800 Meter über Meer.